Warum wir NEIN sagen

Warum wir am 26. November zum 8. GLA für den Öffentlichen Verkehr 2020 und 2021 NEIN sagen

Der Landrat hat im März 2017 im Rahmen des 8. Generellen Leistungsauftrags beschlossen, die Bahnverbindung S9 zwischen Sissach und Olten durch einen Busbetrieb zu ersetzen. Der Entscheid basiert auf finanziellen Überlegungen: Man will sparen. Doch wie überall im Leben, so ist auch im Öffentlichen Verkehr die billigste Lösung nicht immer die beste. Die S9, das Läufelfingerli ist eine Lebensader, die das Oberbaselbiet mit dem Mittelland verbindet. Es ist eine umweltfreundliche, menschenfreundliche, wirtschaftsfreundliche und – auch das darf gesagt sein – eine historisch bedeutsame Bahn. Die schafft man nicht einfach so ab.

Die Bahn ist effizient…

Berufstätige aus dem Homburgertal, die nach Zürich oder Bern zur Arbeit fahren, bringt die Bahn in wenigen Minuten nach Olten. Der Bus müsste anstelle des Hauensteintunnels die Passstrasse befahren. Die Reise über den Hauenstein und anschliessend durch das chronisch verstopfte Oltner Stadtzentrum nähme ein Mehrfaches an Fahrzeit in Anspruch. Von Buckten nach Olten hat der Zug 13 Minuten, mit dem Bus wären es gemäss Vorlage der Regierung 31 Minuten. Das ist ein Hohn, wenn man sieht, wie anderswo um zwei, drei Minuten Fahrzeitverkürzung gerungen wird.

…und umweltverträglich, menschenfreundlich

Die Bahnverbindung durch den Hauensteintunnel ist wintersicher, pünktlich und komfortabel. Sie ist behinderten- und familienfreundlich. Im Zug gibt es genügend Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder. Alle Haltestellen entlang der S9 verfügen über Blindenmarkierung und ebenerdigen Einstieg.

Eine bestens ausgebaute Bahnlinie zu haben und sie nicht zu benutzen, ist nicht gerade effizient. Auch unter dem Aspekt des Umweltschutzes macht es keinen Sinn, den Verkehr von der Schiene auf die Strasse zu verlegen. Und wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, ist froh, wenn die Bahn dort bleibt, wo sie ist, nämlich auf ihrem eigenen Trassee. Die Autofahrer brauchen im Stress der Hauptverkehrszeiten keine zusätzlichen Busse, die ihnen auf der Passstrasse und bei den engen Dorfdurchfahrten den Weg versperren.

Die S9 ist Teil des regionalen S-Bahn- Systems

Schon lange wird eine Weiterführung der S9 bis nach Basel gefordert. Nach Aussage der Regierung ist eine direkte S-Bahn- Verbindung Olten-Läufelfingen- Sissach-Liestal- Basel nun tatsächlich in die „Angebotsvorstellungen 2030“ der Planungsregion Nordwestschweiz aufgenommen worden. Die S9 könnte also in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Welchen Sinn macht es da, die Stilllegung der S9 für das Jahr 2020 zu beschliessen, die Bahnstationen vergammeln zu lassen und neue, teure Haltestellen und Wendeschlaufen für Busse zu bauen?

Randregionen dürfen nicht ausgehebelt werden

Mit der Aufhebung der Bahnverbindung würde das Homburgertal vom Mittelland abgehängt. Das wäre für die steuerzahlenden Einwohner, die jenseits des Juras ihrer Arbeit nachgehen, fatal. Die Gemeinden des oberen Homburgertals sind wirtschaftlich auf die gute Verbindung zum Mittelland angewiesen. Die Bahn erschliesst auch das Oberbaselbieter Ausflugs- und Wandergebiet für Tagesausflügler und Wandergruppen aus dem Mittelland und der Region Basel. Bad Ramsach, Wisenberg, Bölchengebiet, Ruine Homburg etc. locken Gäste an. Die historische Bahnlinie trägt ihren Teil zur Attraktivität bei.

Unser Nein gilt einzig der Stilllegung der S9

Wir sagen Nein zu den Finanzbeschlüssen des 8. Generellen Leistungsauftrags für die Jahre 2020 und 2021, weil die Stilllegung der S9 in diesen beiden Beschlüssen enthalten ist. Wir wehren uns einzig gegen die Abschaffung der Bahn. Alle anderen Inhalte des 8. GLA werden von uns nicht in Frage gestellt.

 

Kurz und knackig: NEIN zur Stilllegung – aber warum?